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für jeden gibt es sie – die eine

„für jeden gibt es sie – die eine“ (robert minopulos)

erst war ich stumm
und sagte nichts
kein wort je hab ich hergegeben
hätte niemals dran gedacht
keine träume ausgesprochen
ausgeblendet jede nacht
einfach war es nichts zu sagen

dann war ich blind
und sah mich nicht
die welt um mich hab ich gesehen
hab mich aber abgewendet
geschlossen hab ich meine augen
die schönheit hätte mich geblendet
einfach war es wegzusehen

dann war ich taub
und hörte nicht
viele freunde viele stimmen
wenige hab ich vernommen
wollte ihren klang nicht hören
sind nicht zu mir durchgekommen
einfach war es wegzuhören

dann war ich einsam
das wollt ich nicht
kein hören sehen oder sprechen
niemand sollte um mich sein
habe mich ganz tief vergraben
war von da an ganz allein
einfach war es mich zu schliessen

dann kam die fremde
ohne wünsche
ein neuer mensch kam angeflogen
liess mich so sein wie ich mag
liess mich denken ohne grenzen
wollte hören was ich sag
gut ist es sich selbst zu spüren

bin nicht mehr stumm
und rede viel
geb nun her was ich so denke
nehme wörter in den mund
spreche aus was ich mir träume
hält den geist mir sehr gesund
gut ist es sich selbst zu hören

bin nicht mehr blind
und sehe farben
die welt um mich – die nehm ich wahr
betrachte sie und seh mich um
sehe all die anderen menschen
das ganze treiben um mich rum
gut ist es das licht zu sehen

bin nicht mehr taub
und höre zu
all die freunde – all die stimmen
höre jeden gerne sprechen
lasse alle worte wirken
möchte mir den kopf zerbrechen
gut ist es den klang zu hören

bin nicht mehr einsam
ich hab sie gefunden
die fremde – die in mein leben kam
denk an sie fast alle stunden
lässt mich meine gedichte schreiben
ohne diese eine muse
gäbe es kein wort von mir
alle meine leeren zeilen
werden erst gefüllt von ihr

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