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der blinde dichter

„der blinde dichter“ (robert minopulos)

es saß ein mann bei sich zuhause
fragte sich „wofür das leben“
keiner wird noch an ihn denken
wenn er eines tages nicht mehr ist
machte mit dem denken pause
keine zeit mehr zu vergeben
niemand da um ihn zu lenken
der ihm zeigte was er ist

der mann stand auf und ging hinaus
die suche nach ihm selbst begann
das glück sollte seinen pfad ihm weisen
zeigen wo sein leben lag
ausserhalb von seinem haus
begann er seine suche dann
startete zu vielen reisen
damit das glück ihn finden mag

der mann traf viele nette wesen
hörte sie auch zu ihm sprechen
wartete dann doch vergebens
dass sie seinen weg ihm zeigen
kein wille war dabei gewesen
seine suche abzubrechen
das ende seines starken strebens
wollte lang noch ferne bleiben

der mann verliess die anderen blinden
ging abseits entfernte stege
begann damit sich selbst zu fragen
ob es existiert sein glück
wollte seine eigene freude finden
probieren alle möglichen wege
die welt sollte ihm die antwort sagen
ohne einen blick zurück

der mann lief viele länder ab
nirgends sprach das glück ihn an
nichts durchbrach die glückesstille
nichts machte die gedanken heiter
keine stadt die es ihm gab
was der mann nicht finden kann
niemand hatte für ihn hilfe
suchend ging er immer weiter

der mann ging bis zu einen wald
sah bäume stark mit ihrem holz
brauchen nicht viel um gross zu werden
kennen keinen lebenstest
die erste frage kam ihm bald
wie kommen die zu ihrem stolz?
haben eine menge kerben
im boden stehn sie trotzdem fest

der mann stieß dann auf eine wiese
viele tiere lebten dort
schienen nicht nach was zu streben
so wie der mann selbst es doch tat
nichts das ihn erkennen ließe
was bezauberte an diesem ort?
warum jedes dieser kleinen leben
seinen weg gefunden hat?

der mann kam dann zu einen stein
tief im boden fest versenkt
strebt nach gar nichts, kennt keine ziele
keine regung war zu sehen
welche schönheit kann dort sein?
nichts das sucht und nichts das denkt
sehen könnte er schon vieles
würde er nicht weitergehen

der mann erreichte einen fluss
reißend stark mit sehr viel kraft
ungebändigt war sein treiben
nichts das sein wasser zähmen kann
was ist es? das es geben muss
was ist es? das dieses besondere schafft
kein strom kann je sein tun beschreiben
sein glück fand er hier nicht der mann

der mann fand einen alten fischer
der strahlte aus das reine leben
mit alter und zufriedenheit
kein suchender war zu erkennen
der mann war sich des einen sicher
der fischer kann die antwort geben
dessen langer weg zur glücklichkeit
war bescheidenheit zu nennen

eines abends kam er heim
dachte übers reisen viel
sein glück hat ihn noch nicht gefunden
keiner konnt` den weg ihm sagen
es hatte ihm schon lang den schein
wenige wissen selbst ein ziel
er schlief dann ein für viele stunden
träumte von den schönen tagen

im schlaf bekam der mann sein glück
der wald, die tiere auf der wiese
der stein, der fluss und auch der fischer
die schönheit kam im traum zurück
im schlaf war er sein eigner richter
erkennt die augen muss er öffnen
erkennt er selbst vermag zu steuern
er selbst ist seines lebens dichter

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